Gemeinsam mit einigen geladenen Journalist:innen waren wir auf der ersten Pressereise für das Gastland Weimarer Dreieck auf der Leipziger Buchmesse 2027, für das wir die Medienarbeit betreuen. Unter dem Motto „Beziehungsweise Europa“ präsentieren sich erstmals in der Geschichte der Leipziger Buchmesse mit Polen, Frankreich und Deutschland drei Länder – in der politischen Sphäre auch als Weimarer Dreieck bekannt – gemeinsam als Gastland. Getragen wird der Auftritt von den drei Kulturinstituten der Länder – dem Polnischen Institut, dem Institut français und dem Goethe-Institut. In Krakau erhielten wir vielfältige Einblicke in die polnische Literaturlandschaft, lernten Kulturinstitutionen und Medien kennen und begegneten Autor:innen, die den literarischen Austausch zwischen Polen, Frankreich und Deutschland mitprägen.

Die Pressereise nach Krakau bot den mitreisenden Journalist:innen die Gelegenheit, bereits vor der Buchmesse einen ersten Blick auf die polnische Literaturszene und die vielfältigen Verbindungen zwischen Literatur, Kultur und Gesellschaft zu werfen. Bei einem gemeinsamen Abendessen sprachen Thorsten Dönges, Kurator des Länderschwerpunkts Weimarer Dreieck, und Felix Wisotzki, Pressesprecher der Leipziger Buchmesse, über den geplanten Gastlandauftritt. Im Austausch mit Vertreter:innen des Polnischen Instituts ging es außerdem um die Bedeutung der Zusammenarbeit der drei Länder und die inhaltlichen Perspektiven des gemeinsamen Projekts.

Während der Reise standen zahlreiche Begegnungen und Besuche auf dem Programm. Gespräche mit dem Krakauer Festivalbüro, dem polnischen Buchinstitut und bei der Wochenzeitschrift Tygodnik Powszechny eröffneten Einblicke in die Arbeit von Kultur- und Medienakteuren. Ein literarischer Nachtspaziergang durch Krakau sowie der Besuch des Pawilon Józefa Czapskiego ergänzten das Programm. Die verschiedenen Stationen machten die Vielfalt der Krakauer Literaturszene sichtbar. Dabei ging es auch um die Bedeutung der Stadt Krakau als UNESCO City of Literature und um die Strukturen, die das literarische Leben vor Ort prägen.

Ein weiterer Programmpunkt führte uns in die Villa Decius. Bei einem Treffen mit der Direktorin Dr. hab. Dominika Kasprowicz erfuhren wir mehr über die Arbeit der Einrichtung und ihre vielfältigen Aktivitäten im Bereich Literatur und internationaler Kulturzusammenarbeit. Dazu gehören Stipendien und Residenzprogramme sowie die deutsch-polnisch-ukrainische Zeitschrift RADAR. Auch das ICORN-Programm zur Unterstützung verfolgter und bedrohter Autor:innen und das Residenzprogramm Homines Urbani waren Themen des Gesprächs. Darüber hinaus ging es um Erfahrungen aus der Zusammenarbeit im Rahmen des Weimarer Dreiecks. Die Villa Decius bietet damit Einblicke in unterschiedliche Formen des kulturellen Austauschs und in die Möglichkeiten, Autor:innen und literarische Projekte über Ländergrenzen hinweg zu unterstützen.

Ein besonderer Schwerpunkt der Pressereise war die Teilnahme am Programm des internationalen Conrad Festivals, bei dem wir auch hinter die Kulissen blicken konnten. Zu den besonderen Begegnungen gehörte das exklusive Gespräch mit dem Autor Szczepan Twardoch, an dem die mitreisenden Journalist:innen teilnahmen. Darüber hinaus bot das Festival die Gelegenheit, weitere Autor:innen kennenzulernen, die voraussichtlich auch im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2027 präsent sein werden. Ein weiterer Höhepunkt war die Veranstaltung mit der Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk. Im Mittelpunkt stand ihr neuer Roman „Świata jest za dużo“. Und auch Frankreich war auf der Reise vertreten: Die französische Autorin Natacha Appanah nahm an einer Veranstaltung im Rahmen des Conrad Festivals teil. Damit wurde bereits in Krakau deutlich, dass der Austausch zwischen den drei Ländern ein wichtiger Bestandteil des geplanten Gastlandauftritts ist.

Mit dem Besuch der Krakauer Buchmesse erhielten wir weitere Einblicke in die polnische Verlagslandschaft und den Buchmarkt. Seit 1997 ist die Krakauer Buchmesse eine wichtige Plattform für die polnische Buchbranche. Der Besuch ergänzte die Gespräche mit Kulturinstitutionen, Medien und Autor:innen um eine weitere Perspektive auf das literarische Leben des Landes.

Die Tage in Krakau haben gezeigt, wie vielfältig die Verbindungen zwischen Literatur, Kultur und Gesellschaft sind. Ob bei Gesprächen mit Kulturinstitutionen und Redaktionen, bei Begegnungen mit Autor:innen oder bei Veranstaltungen des Conrad Festivals: Die Pressereise eröffnete zahlreiche Perspektiven auf die polnische Literaturszene und den internationalen Austausch. Gleichzeitig war sie ein erster Vorgeschmack auf den Gastlandauftritt des Weimarer Dreiecks auf der Leipziger Buchmesse 2027. Unter dem Motto „Beziehungsweise Europa“ werden Polen, Frankreich und Deutschland ihre Literaturen gemeinsam präsentieren und die Beziehungen zwischen den drei Ländern in den Mittelpunkt rücken.

Die Leipziger Buchmesse findet vom 18. bis 21. März 2027 statt.

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